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Verlag
Historie


Der 28. Juli 1803 war für den Hofbuchdrucker Sprinzing in Rastatt ein guter Tag. Er lehnte sich am Schreibtisch an und blätterte in den 12 Seiten (einschließlich der "Beylage zu Nro. 1") des Rastatter Wochenblattes.

"Mit Kurfürstl. Bad. gnädigsten Privilegio ..." stand dort auf der ersten Seite, und dann folgten die Meldungen vom Hof. Hofbuchdrucker Sprinzing war zufrieden mit dem kleinen Blatt, das vor ihm lag. Es war nicht größer als ein Octavheftchen, aber sein Druckerlehrling hatte gut gearbeitet. Buchstabe für Buchstabe hatte er per Hand zu Zeilen gesetzt, bis die Seite voll war. Dann wurde gedruckt. Später würde man die einzelnen Lettern wieder in den Setzkasten zurückordnen, um dann Donnerstag für Donnerstag den verehrten Leserinnen und Lesern das "Rastatter Wochenblatt" vorlegen zu können. Das zunächst wöchentlich erscheinende Blatt wurde von den Rastattern geliebt. 1844 wurde das Rastatter Wochenblatt im Format etwas größer, und es erschien zur Freude der Leser zweimal in der Woche. Zehn Jahre später konnte man das Wochenblatt sogar dreimal in der Woche lesen.

Das 19. Jahrhundert brachte dann für Rastatt den Zusammenschluss des Wochenblattes mit dem Rastatter Tageblatt und ab 1897 das tägliche Erscheinen der Zeitung.

Am 1. Oktober 1899 kaufte Hermann Greiser den Druckereibetrieb Rastatter Tageblatt auf und legt den Grundstein für eine Verlegerfamilie, die nun schon in der vierten Generation für das BT Verantwortung trägt.

Noch einmal den Blick zurück in den Anfang des 19. Jahrhunderts, hinein in ein Kurstädtchen an der Oos, knapp 20 Kilometer von Rastatt entfernt. Man schreibt den 22. Mai 1811. Kurgäste und Bürger studieren das "Anzeigenblatt für die Großherzogliche Stadt Baden-Baden", schon im Juni als Badwochenblatt geführt. Das Badeblatt erhielt 1838 sein Domizil in der Stefanienstraße 1-3, wo es ununterbrochen bis heute besteht.

Die positive Entwicklung der Zeitung fand mit dem deutsch-französischen Krieg 1870/71 ein jähes Ende. Erst 1884, als Ernst Koelblin und sein Schwager Hermann Weber Druckerei und Verlag übernahmen, ging es wieder aufwärts.

1908 schließen sich in Rastatt das Rastatter Tageblatt und "Der Murgthäler" zusammen, 1919 entwickelte sich die Druckerei Greiser zu einem großen Zeitungsunternehmen für Mittelbaden mit eigenen Lokalzeitungen für Karlsruhe, Kehl, Ettlingen und Baden-Baden. 1943 muss das Rastatter Tageblatt wegen "...der Erfordernisse des Krieges" sein Erscheinen einstellen.

Ähnlich erging es auch der Verlegerfamilie Koelblin-Hambruch in Baden-Baden. 1941 mußte das Badener Tagblatt kriegsbedingt eingestellt werden. Trotzdem erschien es Tag für Tag weiter, auch wenn man den "Mantel" vom "Völkischen Beobachter" in Karlsruhe beziehen musste.

Nach dem Kriegsende war das "Badener Tagblatt" die erste Tageszeitung, die vom 2. August 1945 an in der französischen Besatzungszone wieder regelmäßig erscheinen durfte. Auch in Rastatt gelingt der Wiedereinstieg, 1945 unter dem Namen "Rastatter Nachrichten", 1946 unter dem Titel "Südwest-Echo".

Was dann im Jahr 1949 so richtig passierte, bleibt ein Geheimnis von Richard Greiser und Werner Hambruch. Sie schlossen per Handschlag einen Vertrag, der 1949 die beiden Verlagshäuser zu einer neuen Partnerschaft zusammenschloss. Das "Badische Tagblatt" in seiner heutigen Form war geboren. 1951 legte man alles schriftlich fest: Mit dem Verlag "Badisches Tagblatt GmbH" legte man den Grundstein für die Heimatzeitung zwischen Karlsruhe und Achern. Jeweils in der vierten Generation ihrer Familien sind Eva Ertl, geborene Hambruch, Yvonne Hambruch-Piesker, geborene Hambruch, sowie Dr. Dietmar Greiser als Verleger verantwortlich. Mit Christoph Greiser ist im Jahr 2005 die fünfte Generation der Unternehmensfamilie Greiser in den Verlegerkreis eingetreten.





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